Cryalis im alten Reich.
Die Stadt an der Ryal-Mündung ist seit Menschengedenken Hafen und Umschlagplatz des alten Reiches am Königsmeer. Ihre ältesten Mauern, Kaianlagen und Gewölbe stammen aus dieser Zeit und stehen bis heute.
Etrya Zeitleiste
Aus den Blättern der Chronisten
Reiche entstehen nicht an einem Tag. Diese Chronik folgt den Spuren, die Kriege, Bündnisse, Städte und einzelne Entscheidungen über Jahrhunderte hinweg hinterlassen haben.
62überlieferte Stationen
5Epochen
962 NZjüngster Eintrag
Vor der Zählung
Von den ältesten Spuren bis zum Frieden nach dem dreizehnjährigen Krieg.
Die Stadt an der Ryal-Mündung ist seit Menschengedenken Hafen und Umschlagplatz des alten Reiches am Königsmeer. Ihre ältesten Mauern, Kaianlagen und Gewölbe stammen aus dieser Zeit und stehen bis heute.
Die Stadt nördlich des Passes durch das Steinkeilgebirge lebt schon damals vom Weg zwischen der Nordküste und der Ryal-Mündung. Wer den Pass hält, hält den Handel – und Tulan hält den Pass.
Eine Sandbank im Ryal ist die einzige Stelle, an der man den Fluss queren kann. Um sie wächst ein Rastort, der seinen Namen nie wieder ablegt.
Eine schwarze Flut bricht über die Völker rund um das Königsmeer herein. Der Stamm wird beherrscht von einem Dämon, der seine Außerordentliche Macht verwendet, um die Horde zu einen und zu einer unüberwindlichen schwarzen Flut werden zu lassen
10 Jahre tobt die schwarze Flut – und der damit verbundene Krieg, bei dem die schwarze Flut bis zur Königinneninsel vordringt und dabei viele Landstriche des alten Reiches um das Königsmeer verwüstet.
Den Höhepunkt des Krieges bildet die Schlacht des Flammenfalls auf der Koniginneninsel. Die Horde und das alte Reich treffen in einer finalen Schlacht aufeinander.
Die Inselhauptstadt ThalKharaens, seit Jahrtausenden das Herz des alten Reiches, wird von der Horde überrannt. Auf der Großen Brücke, im Seelenhain und auf dem Königsplatz brechen die Verteidiger nacheinander zusammen. Im Turm des Lichts beginnt der Erzmagier Kaelan Sternensänger das Bannritual, während sechs Gefährten ihm die Zeit dafür erkämpfen.
Auf dem Königsplatz stellt sich Ithariel Sternenlied, Hochelfe und „Das Leuchtende Herz des Reiches“, dem Dämon persönlich entgegen. Arthorath zerbricht ihren Geist mit dem Seelenriss und verschlingt ihre Essenz vor den Augen der letzten Verteidiger. Mit ihr stirbt die Zentralgewalt ThalKharaens; was vom Reich bleibt, zerfällt in den folgenden Jahren in die Länder, die heute das Königsmeer säumen.
Mit der Verbannung Arthoraths am Luantalmar durch Kaelans Ritual endet die direkte Bedrohung.
Die Stadt Valar’eth Thalaerion bleibt danach verlassen liegen – die Ruineninsel, die bis heute kein Schiffer freiwillig ansteuert.
Das gewaltsam geöffnete Tor verletzt das Gefüge zwischen Etrya und dem Abyss dauerhaft
Beginn der Entstehung des Finstermoors – bis heute
Aber auch ohne die Kraft des Dämons dauert es noch einmal drei lange Jahre, bis die Hordenvölker aus den Königsmeerländern vertrieben sind. Sie haben sich zurückgezogen in unwirkliche Gebiete in oder hinter Gebirgen, im Westen nach Murgos und im Osten nach Kront.
1–248 NZ
Grenzen, Städte, Tempel und Handelswege geben dem Nordwesten eine neue Gestalt.
Nach mehr als 13 Jahren Krieg entsteht ein brüchiger Frieden für die Länder des Königsmeeres.
Die Grenzen sind provisorisch gefestigt, die Horde ist in hunderte kleiner Clans zerfallen. Die große Bedrohung scheint abgewendet. Dies ist zugleich der Beginn der neuen Zeitrechnung.
In Cryalis einigen sich die Gesandten Arendiens, Senkoriens und Kalimas darauf, die Jahre vom Friedensschluss an zu zählen. Wer noch nach Königsjahren rechnet, gilt binnen einer Generation als rückständig. Erst dieser Beschluss macht die Chronik der Königsmeerländer überhaupt vergleichbar.
Die im Krieg schwer beschädigte Hafenstadt ist als Erste wieder handelsfähig. Wer den Ryal und den Hafen hält, hält den Nordwesten – die junge Krone Arendiens verlegt ihren Sitz hinter die alten Mauern und lässt sie erweitern.
Die Hochelfen kehren in ihre während der Flut geräumte Stadt zurück. Sie finden Hallen vor, die Wetter und Wurzeln stärker zugesetzt haben als der Krieg – und beginnen einen Wiederaufbau, der über zwei Jahrhunderte dauern wird.
Nach Jahrzehnten der Unsicherheit ist der Weg über das Steinkeilgebirge zwischen Boktor und Cryalis erneut befahrbar. Tulan, die erste Stadt hinter dem Pass, erwacht als Rast-, Zoll- und Umschlagplatz.
Eine Zeit des Umbruches aber auch des Aufbaus neuer Länder um das Königsmeer. Arendien gehört zu den ersten Ländern, die ihre Grenzen festlegen und ein Königreich bilden. Zusammen mit Senkorien und Kalima bilden sie ein Fundament für den Aufbau der politischen Strukturen, die sich im Nordwesten des Königsmeers bildeten.
Belobil Abosskraft vom Clan der Glüheisens führt seine Sippe in den Stein des Schwarzjochs. Tunnel, Hallen und Bollwerke entstehen; die Zwerge übernehmen die Wacht über das Schwarzjoch, die sie bis heute halten.
Die Halblingsgemeinden der Hügelländer rund um Nordholz erkennen die Krone Arendiens an und erhalten dafür eigene Gerichtsbarkeit in ihren Dörfern. Ein unspektakulärer Vertrag, der bis heute gilt und den Halblingen ihre Sonderstellung sichert.
Die Gewölbe und Stollen unter Cryalis stammen noch aus dem alten Reich und lagen seit der Flut verlassen. Während einer Belagerung dienen sie erneut als Zuflucht – und bleiben danach besiedelt. Aus dem Unterbau wird ein eigener Stadtteil.
Jede Ware, die den Pass passiert, muss in Tulan angeboten werden, bevor sie weiterziehen darf. Das Privileg begründet den Reichtum der Stadt – und den Groll der Fuhrleute, die es bis heute zu umgehen versuchen.
Ein königlicher Auftrag schickt Vermesser und Schreiber in alle Himmelsrichtungen. Was sie zurückbringen, wird zum ersten Kartenwerk des Kontinents – und zur Quelle jener Karten, deren Ränder bis heute nur Vermutungen tragen.
In Cryalis wird der Flamme des Lebens ein steinerner Tempel errichtet. Die Kirche beginnt, sich vom losen Priesterbund zu einer Hierarchie mit Bischöfen zu ordnen.
An der Nordküste wird eine reiche Ader gefunden. Der Ort wächst binnen zwanzig Jahren vom Weiler zur Stadt, und arendisches Silber wird zum bevorzugten Zahlungsmittel an der Nordküste, deren Handel über Boktor läuft.
Händler sichern den Weg durch das auslaufende Steinkeilgebirge nach Senkorien. Zur Versorgung der Karawanen entsteht Nordhafen. Der Osthandel wird für Arendien zur zweiten Lebensader neben dem Ryal.
268–521 NZ
Gilden, Kirchen und Bündnisse wachsen – und mit ihnen die Last der Geschichte.
Die Kaufleute von Cryalis schließen sich unter dem Zeichen des Handelsgottes zusammen. Sie setzen einheitliche Maße, Gewichte und Wechselbriefe durch – und werden binnen zweier Generationen mächtig genug, um Könige zu beleihen.
Eine Seuche zieht über die Handelswege von Osten heran und rafft in Cryalis und den Küstenstädten jeden fünften Menschen dahin. Die Kirche Alieas öffnet ihre Tempel als Krankenhäuser – der Ursprung ihrer Hospize und Versehrtenheime.
Ein Brand vernichtet ein Drittel von Cryalis, darunter die hölzerne Oberstadt. Beim Wiederaufbau wird Stein zur Pflicht, und viele Bürger weichen dauerhaft in die Gewölbe von Unterryal aus. Die Kirche Alieas deutet das Feuer als Mahnung ihrer Göttin.
Nach den Unruhen der Seuchenjahre gründet der Hohe Rat der Kirche Alieas einen eigenen Orden. Die Ausbildung wird von Beginn an so hart angelegt, dass nur zwei von dreißig Anwärtern sie erfolgreich beenden.
Wo die Geschichten zweier Küsten aufeinandertreffen, entsteht die erste und angesehenste Bardenschule Arendiens. Sie lehrt die Kollegien des Zauberbanns, des Tanzes und der Schwerter: Auftritt, Bewegung und Klinge. Wer in Tulan besteht, besteht an jedem Hof.
Arendien und Senkorien vereinbaren Regeln für Strandgut, Bergelohn und Piraterie. Das Abkommen beendet ein Jahrzehnt gegenseitiger Kaperfahrten und macht das nordwestliche Königsmeer erstmals verlässlich befahrbar.
Die Kirche Thalons gibt sich nach einer verheerenden Sturmflut eine feste Ordnung. Boktor wird klerikales Zentrum und Ausbildungsstätte der Akolythen des Sturms.
Nach wiederholten Überfällen aus Murgor lässt die Krone entlang des Westgebirges Signaltürme errichten.
Hochelfen, Waldelfen und Menschen beraten erstmals seit der Flut an einem Tisch. Der Rat endet ohne Vertrag, aber mit gegenseitigen Gesandtschaften – die Vorstufe zum großen Bündnis zwei Jahrzehnte später.
Der Menschen-König Davholt von Arendien zusammen mit Hochelfenkönigin Selariel Elryssedil, Waldelfen-Königin Lardana Weidenkrone, König Brank von den Zwergen und Halblingsanführer Temor Keltset schließen ein Bündnis für den Frieden in Arendien. Durch dieses Bündnis der Völker wurde Arendien zu dem, was es bis heute ist – ein Königreich der verschiedene Völker, die gemeinsam für Frieden und Wohlstand sorgen.
Gelehrte und Zauberkundige siedeln sich am Rand von Eldoria an, um fern der Höfe zu forschen. Die Stadt wird zum Sammelpunkt für alle, deren Magie erlernt und nicht angeboren ist.
Am Ostrand von Waldnieder entsteht ein kleiner Marktort, den die Elfen Sûlhan nennen. Er dient allein dem Handel zwischen Waldelfen und Menschen, denn die Waldelfen dulden keine Fremden in ihrem Wald. Wer mit ihnen handeln will, kommt bis hierher – und keinen Schritt weiter.
Seefahrer bringen Berichte von einem Ort im Süden des Königsmeeres mit, den die Sänger seither Khor-Vaenithil nennen. Die Chronisten notieren ihn als Gerücht, die Karten tragen ihn dennoch ein. Wer dorthin aufbrach, kehrte selten mit denselben Worten zurück.
549–749 NZ
Kriege, Winter und Entdeckungen prüfen die Reiche am Königsmeer.
Ein Stamm aus neun Hordenanführern versucht, eine neue, schwarze Flut aufsteigen zu lassen. Sie ignorieren ihr gegenseitiges Mistrauen und bilden einen gemeinsamen Stamm. Es gelingt ihnen, in Murgos eine große Armee auszuheben und damit Arendien, Kalima, Cherek und die Nomaden-Stämme in den Ebenen von Jal Pur zu bedrohen.
Die Zwerge halten den dunklen Sturm am Schwarzjoch auf.
Nur dank eines schnellen und entschlossenen Vorgehens der Elfen, Zwerge und Menschen aus Arendien und Kalima und dank einer kleinen Gruppe wagemutiger Abenteurer, konnte ein schlimmer, lang andauernder Krieg verhindert werden.
Es war aber letztlich nur eine lokale Bedrohung im Nordwesten. Für eine neue „schwarze Flut“ hätten auch die Hordenvölker im Osten in Kront beteiligt sein müssen, die hatten aber offensichtlich keine Kenntnis vom Versuch ihrer Brüder im Westen.
Der Hochkönig ehrt Theogil Harthand für seine Leistung während der Schlacht am Schwarzjoch mit einem eigenen Clannamen. Balyndis Eisenfinger vom Clan der Rotbärte wird seine Gefährtin und gilt fortan als Stammmutter des Clans.
Im Viertel der Bardengasse, in Sichtweite des Magierturms, entsteht die zweite Bardenschule des Reiches. Sie lehrt das Kollegium des Wissens: Sprachen, Archive, Überlieferung. Zwischen ihr und Tulan besteht seither eine Rivalität, die abwechselnd in Spottliedern und in gelehrten Streitschriften ausgetragen wird.
Zwei Jahrzehnte nach dem dunklen Sturm schließen Bradorak und Cryalis einen Handelsbund. Zwergisches Eisen und arendische Ernte wandern auf einer neu gepflasterten Straße – der erste dauerhafte Vertrag zwischen Königreich und Zwergenreich.
Der untere Stadtteil erhebt sich gegen Abgaben, die er zahlt, ohne im Rat vertreten zu sein. Die Krone schlägt den Aufstand nieder, gewährt Unterryal aber zwei eigene Ratssitze. Seither gilt der Stadtteil als eigene Welt unter der Stadt.
Drei Jahre hintereinander bleibt der Sommer aus. Hungersnot und Aufstände erschüttern Arendien und Kalima; die Marklinie im Süden wird erstmals mit Waffen verteidigt, nicht mit Verträgen.
Bergleute stoßen am Rand des Steinkeilgebirges, weit nördlich von Cryalis, auf ein Höhlensystem, aus dem Dinge heraufkommen, die niemand benennen will. Die Krone lässt eine Feste errichten und stationiert eine Abteilung Soldaten, die die Höhlen bewacht.
Die Insel Belgen sichert sich gegen Abgaben den Schutz Arendiens. Der Hafen Furfur wird zum Umschlagplatz zwischen West- und Ostküste – und zum Ort, an dem beide Seiten einander bequem belauschen können.
Um Nykal und die Wälder im Westen entbrennt ein Krieg mit den Clans Murgors, der sich sieben Jahre hinzieht. Er endet ohne Sieger; die Grenze bleibt bis heute strittig und wird auf keiner Karte gleich gezeichnet.
Nach dem kinderlosen Tod eines Königs erheben zwei Familien in Arendien Anspruch auf den Thron. Die Familie tur Askalon und die Familie nam Pathesis kämpfen um die Vorherrschaft in Arendien. Zwei Jahre Fehde enden durch Vermittlung der Kirche Alieas – seither ist die Thronfolge in Arendien schriftlich geregelt. Die Familie tur Askalon stellt von nun an den König.
767–962 NZ
Von neuen Gemeinschaften, alten Wunden und Ereignissen, die bis in die Gegenwart reichen.
Nach dem Thronfolgestreit stiftet die Krone ein Kolleg, das Urkunden, Verträge und Jahrbücher sammeln soll. Von hier stammen die meisten Aufzeichnungen, auf denen diese Chronik beruht – samt ihrer Lücken und Widersprüche.
In Eldoria entsteht ein Ort für jene, deren Magie nicht erlernt, sondern mit ihnen geboren wurde. Zum ersten Mal finden Zauberer eine Gemeinschaft, statt als Einzelgänger zu leben.
Am Schilfsee entsteht eine Feste, die den Weg zwischen Cryalis und den nördlichen Landen sichert. Um sie wächst eine kleine Stadt, aus der später ein Herzogtum wird.
Der Gründer des Zirkels gibt sein Leben, um Eldoria zu schützen. Valandor, sein Schüler, übernimmt die Leitung als zweite Generation.
Aliane Elryssedil erbittet beim Rat der Hochelfen die Erneuerung (sie ist 819 Jahre alt). Dadurch gibt die Familie Elryssedil die Königinnenwürde ab, die an die Familie Anuril übergeht.
Bei der Übernahme der Königinnenwürde ist die neue Hochelfenkönigin Nilai Anuril 693 Jahre alt.
Ein Streit um Weiderechte an der Marklinie eskaliert zu offenen Kämpfen. Erst die Vermittlung der Kirche Alieas verhindert einen Krieg zwischen den beiden ältesten Königreichen des Nordwestens. Es bleibt Misstrauen zwischen den Bewohnern auf beiden Seiten der Grenze.
Im Norden Murgors reißt ein Feuer aus dem Himmel einen dreifachen Kraterwall in die wilden Lande. Die Hordenclans der Umgebung meiden den Ort seither; arendische Gelehrte streiten, ob es ein Stern war oder eine Magie, die ihrem Wirker entglitt.
König Alin tur Askalon lässt den Ryal überbrücken, wo zuvor nur die Sandbank half. Die Wasserspeier der vier Winde und die Halle der Brückenbauer entstehen; auf dem Altstadtplatz wacht seither Alins Statue über den Handel.
Der Zwergenkönig aus dem Clan der Rotbärte wird in Bradorak gekrönt. Eine Abordnung der Hammerfäuste aus Elan-Dhor überreicht ihm eine prächtig gearbeitete Streitaxt mit dem Zeichen der Hammerfäuste (eine Ziege) als Krönungsgeschenk.
Nach dem Tod seines Vaters Alin übernimmt Akhir die Krone Arendiens.
In Waldnieder wird ein Fest der jungen Bäume überfallen. Unter den Toten ist Eriu, ein angehender Königswächter – ein Verlust, der einzelne Waldelfen dazu bringt, ihre Heimat zu verlassen.
König Akhir dankt Wychor bad Aquebat und Angrod für die Abwendung einer Bedrohung. Wychor übernimmt die Aufgaben des Herzogs. Angrod baut sich ein Haus am Schilfsee, übernimmt aber keine offiziellen Aufgaben im Herzogtum.